| 5. |
Der Prophet Muhammad |
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5.1. Seine Kindheit
5.2. Seine Jugendzeit
5.3. Sein Berufungserlebnis
5.4. Die Hicra nach Medina
5a. Unser Prophet Muhammad (saw) |
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| 5.1. |
Seine
Kindheit
Muhammad ibn Abdullah (geb. um 570 in
Mekka) war das jüngste Mitglied einer Großfamilie
der Sippe Qaim aus dem Stamm der Qurais. Dieser Stamm
war sehr angesehen und überregional bedeutsam,
da er wichtige religiöse und gesellschaftliche
Funktionen inne hatte. Muhammads Vater Abdullah war
kurz vor dessen Geburt verstorben. Seine Mutter Amina
starb als er sechs Jahre alt war, so dass er erst unter
der Obhut seines Großvaters Abd al-Muttalib, dann,
nach dessen Tod, bei seinem Onkel Abu Talib war.
Über seine Kindheit weiß man
sehr wenig, so dass die Informationen in der Überlieferungsliteratur
sehr lückenhaft sind.

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| 5.2. |
Seine
Jugendzeit
Eines geht aus den Quellen deutlich hervor,
nämlich, dass er trotz des blühenden Götzendienstes
in seiner Heimatstadt Mekka, das schon seit dem Propheten
Abraham als religiöse Pilgerstätte gilt, kein
Götzenanbeter war, sondern ein Gottsucher wie einst
Abraham gewesen ist .
In der Obhut seines Onkels erlernte er den Beruf des
Kaufmanns und später (mit ca. 25 Jahren) trug ihm
die Geschäftsfrau Hatidsa für die er gearbeitet
hatte ihren Ehewunsch an. Aus dieser Ehe gingen zwei
Söhne und vier Töchter hervor.

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| 5.3. |
Sein
Berufungserlebnis
Im Alter von ca. 40 Jahren hatte Muhammad
in der Höhle vom Berg Hira (12 km nördl. von
Mekka) um 610 sein erstes Berufungserlebnis, wo ihm
nach koranischer Aussage der Erzengel Gabriel erschienen
ist und die ersten fünf Verse der 96. Sure ("Der
Embryo") vortrug: "1 Trag vor im Namen deines
Herrn, der erschaffen hat, 2 den Menschen aus einem
Embryo erschaffen hat! 3 Trag vor! Es ist dein höchst
edelmütiger Herr, 4 der den Gebrauch des Schreibrohrs
gelehrt hat, 5 den Menschen gelehrt hat, was er (vorher)
nicht wusste."
Diese erste Zeit der Berufung, die noch
weitere 12 Jahre in Mekka andauerte, ist geprägt
durch die Auseinandersetzung mit denjenigen unter den
Mekkanern, die über Ignoranz seiner Person und
Boykott seiner Sippe, bis hin zu Mordversuchen, alles
unternahmen, um Muhammad unschädlich zu machen.
Schließlich kritisierte er die Vielgötterei
und griff so direkt in den Bereich des Kultus ein.
Die mekkanische Zeit wird in drei Perioden
eingeteilt: Die anfangs verdeckte und vorsichtige Verkündigung
der Offenbarungen an den engsten Bekanntschaftskreis
des Propheten (610 n. Chr.). Danach, die verbale Verkündigung
an die gesamte mekkanische Öffentlichkeit (613),
auf die eine, mit der Zeit zunehmende erst verbale dann
physische Gewalt der Mekkaner folgte, die an den Göttern
ihrer Vorfahren festhalten wollten. Durch die zunehmende
Unterdrückung der ersten Muslime, wurden die schwächeren
unter ihnen vom Propheten nach Abessinien geschickt,
wo sie vom christlichen Negus Schutz erhielten (615).
Dann fand im Jahre 622 die große Auswanderung
aller Muslime (die Hicra) von Mekka nach Yathrib (in
das spätere Medina) statt.

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| 5.4. |
Die
Hicra nach Medina
Als sein Onkel starb und er den Schutz
seiner Sippe verlor, luden ihn die Stämme Hazrac
und Aus die sich zum Islam bekehrt hatten nach Yathrib
(Medina) ein, damit er dort als Stammesfremder (und
unparteiischer) die Konflikte zwischen den verfeindeten
Stämmen schlichte. Die mekkanischen Muslime entschlossen
sich nach Jahren der Unterdrückung durch ihre polyatheistischen
Gegner, für die Auswanderung (Hicra) nach Medina,
wo sie im Jahre 622 von den medinensischen Helfer empfangen
wurden. Hier in Medina schloss der Prophet den "Gemeindevertrag
von Medina ", wobei anfangs die Juden und Muslime
eine "Umma " (Gemeinschaft) bildeten mit gleichen
Rechten und mit gleichen Pflichten. Außerdem ist
diese Zeit gekennzeichnet durch ständige Verteidigungskriege
gegen die Mekkaner und ihre Verbündeten.
Die Zeit der Kriege endet mit der Kapitulation
der Mekkaner und der unblutigen Einnahme Mekkas durch
die Muslime im Jahre 630. Zwei Jahre später stirbt
der Prophet in Medina, wo er beerdigt wurde.
Der Prophet gilt weder als "Mittler"
zwischen den Menschen und Gott, noch als "Religionsstifter".
Als solcher gilt nur Gott allein. Muhammad gilt aber
als der letzte Rasul (Gesandter) Gottes und als das
"Siegel der Propheten" (33:40). Er hinterließ
den Menschen keine materiellen Güter, sondern den
Koran und seine Sunna, und er trug ihnen auf, auf diese
beiden besonders zu achten, wie es in einer Überlieferung
heißt.
Laut einer anderen Überlieferung
soll der Prophet die Muslime aufgefordert haben, den
Koran und seine Nachkommen als Richtschnur zu nehmen,
so dass sich kurz nach seinem Tod zwei Lager gebildet
haben. Für die einen sollte der Kalif gewählt
werden und für die anderen war automatisch Ali,
der Vetter und Schwiegersohn des Propheten, der rechtmäßige
Kalif. Somit bildete sich die Anhängerschaft.
Abgesehen von der Frage des Kalifats
gibt es zwischen Sunniten und Schiiten in religiöser
Hinsicht nur wenig Differenzen (siehe zu den verschiedenen
Schulen, die Tabelle im Anhang). Koran und Sunna sind
für beide, die Primärquellen des Islam und
gelten als Grundlage für den Glauben und die Handlungen
der Muslime, wobei Glaube und Handlungen als unzertrennlich
gelten. |
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