Bremen.
(IFB-Pressedienst) Nach einer Tagung des SPD-Forums
Ostdeutschland wurde Innenminister Schily in der
Presse folgendermaßen zitiert:
"Wir werden uns wieder auf unsere gesellschaftlichen
Werte besinnen müssen"
"Es muss aber erlaubt sein zu sagen, dass der
muslimische Glaube eine Verirrung ist"
"Toleranz bedeutet nur die Bereitschaft, eine
Religion oder Anschauung nicht mit Gewalt zu unterdrücken"
Bisher gibt es keine offizielle
Stellungnahme zu den Zitaten. Deshalb wendet sich
nun die Islamische Föderation Bremen (IFB)
mit einem Schreiben an den Innenminister, mit
der Bitte um eine Stellungnahme.
Durch die Art der Formulierung werde
der Eindruck erweckt, dass der Islam eine Religion
der Verirrung (also eine Irrlehre) sei, die im
Widerspruch zu den gesellschaftlichen Grundwerten
steht. Auch die Definition des Toleranzbegriffs
stößt auf Unsicherheit bei Muslimen:
müssen Minderheiten wie die der Muslime in
Zukunft damit rechnen, dass ihre Religion unterdrückt
werden kann (ohne Gewalt)?
Seit Tagen würden vielfache
Proteste von muslimischen Bürgern bei der
IFB eingehen. "Viele fragen uns, ob der Innenminister
das tatsächlich gesagt hat. Wir wissen es
nicht," sagt Sanver Coban, stellvertretender
Vorsitzende der IFB.
Er gehe davon aus, dass Schily sich der Tatsache
und der damit verbundenen Verantwortung bewusst
sei, dass er auch der gewählte Innenminister
der Bürger muslimischen Glaubens ist.
Die IFB, größter Dachverband der Muslime
in Bremen, hofft nun auf eine baldige Reaktion
des Innenministeriums. |