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22.12.2002
Innenbehörde lügt

Bremen. (IFB-Pressedienst) Die Innenbehörde und der Verfassungsschutz können offensichtlich nicht bis zehn zählen. So äußerte Abdulkerim Sari, Sprecher der Islamischen Föderation Bremen (IFB), seine Kritik zu den Verlautbarungen der Bremer Innenbehörde.
Die Innenbehörde behauptet, dass in Bremen 8 Moscheen der Milli Görüs zuzuordnen seien. "Das ist schlichtweg falsch", empört sich Sari. "In der Stadt Bremen gibt es 6 Moscheen, zusammen mit Bremerhaven sind es 7. Dass der Verfassungsschutz nicht mal fähig ist, diese für jeden zugängliche und allgemein bekannte Information richtig wiederzugeben, berechtigt die Kritik an dieser Einrichtung und an ihrer Arbeitsweise."
"Wir sind aber gerne bereit, beim Zusammenzählen zu helfen."
"Wir korrigieren weiter: Auch die Mitgliedszahlen der Milli Görüs Moscheen in Bremen gehen weit über die vom Verfassungsschutz genannte Zahl 900 hinaus. Wenn die Innenbehörde an der tatsächlichen Zahl interessiert ist, sind wir gerne bereit sie darüber zu informieren. Anscheinend hat auch hier der Verfassungsschutz große Schwierigkeiten öffentlich zugängliche Zahlen zu ermitteln.

Kein einziger dieser Menschen, die Mitglied in den Bremer Milli Görüs Moscheen sind, ist bisher in irgendeiner Weise negativ aufgefallen. Ihre Loyalität zu dieser Gesellschaft und zu ihrer demokratischen Verfassung ist kein bloßes Lippenbekenntnis, sondern ist durch die Lebensrealität bestätigt. Es sind Menschen die seit 40 Jahren hier leben. Viele von ihnen sind mittlerweile in Bremen geboren. Das was sie sagen und in der Vergangenheit auch immer gesagt haben, kann an ihren Handlungen geprüft werden. Menschen aus diesen Moscheen waren bisher in keiner Weise kriminell, sie beweisen täglich ihre Gesetzestreue durch ihren Lebensalltag."

Die Attacken der Bremer CDU-Spitze wertet Sari als einen "krampfhaften Versuch" die Fatih Moschee und die Muslime in Bremen mit Zitaten die nicht aus Bremen stammen und deren Herkunft fraglich sind in ein gesellschaftlich schlechtes Bild zu rücken. "Wir weisen diese Zitate entschieden zurück", so der Sprecher. "Sie haben mit der Wirklichkeit in Bremen nichts zu tun."

Öffentliche Fragen der Fatih Moschee an den Innensenator:

  1. Was haben die Muslime, die sich der Milli Görüs in Bremen zugehörig fühlen bisher verbrochen? Sind sie kriminell aufgefallen? Gab es irgendeinen Grund gegen sie rechtlich vorzugehen?
  2. Seit Jahren schwört die Innenbehörde eine Gefahr herbei. Wo ist diese Gefahr in Bremen bisher konkret zum Ausdruck gekommen?
  3. Die Milli Görüs in Bremen würde sich "in den Grundzügen integrationsfeindlich verhalten", heißt es seitens der Innenbehörde. Warum wird nicht mitgeteilt, welche unserer Einstellungen oder unserer Aktivitäten "in den Grundzügen Integrationsfeindlich" ist. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Beispiele nennen, damit wir zu diesem pauschalen Vorwurf konkret Stellung nehmen können.
 
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