| 25.10.2009
Moschee in Elsenfeld geschändet

Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Samstag eine Moschee in Elsenfeld mit Blut beschmiert. Danach warfen die Übeltäter Tieraugen vor den Eingang und bewarfen die Moschee mit Tierblut gefüllten Ballons. Die Aschaffenburger Kripo ermittelt. Hinweisgeber, die zur Tatzeit Verdächt-iges beobachtet haben, werden gebeten, sich unter Tel. 06021/857-1732 mit dem polizeilichen Sachbearbeiter in Verbindung zu setzen.
In der Nacht zum Samstag ist die Moschee in der Schlesierstraße von Unbekannten mit sogenannten „Blutbomben“ beworfen worden. Das Tierblut wurde in Luftballons gefüllt, um dann damit die Moschee zu bewerfen. Darüber hinaus warfen die Täter vor den Eingang des Gemeindehaus, in dem sich auch der Gebetsraum befindet, zahlreiche Tieraugen. Kurz vor 09:00 Uhr entdeckten Angehörige der Gemeinde die roten Flecken an der unverputzten Hauswand und benachrichtigten die Polizei.
Die Beamten stellten fest, dass es sich bei der Flüssigkeit, um Tierblut und bei den Augen um Schweineaugen handeln könnte. Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Aschaffenburg sicherten die Spuren und nahmen die Ermittlungen auf. Die zuständige Polizeiinspektion Obernburg hat mit Vertretern des Kulturvereins Kontakt aufgenommen und ihre Streifentätigkeit im betroffenen Bereich verstärkt.
Proteste gegen Moscheebau
Gegen den Bau der Moschee in Elsenfeld hatten in der Vergangenheit so genannten „Bürgerbewegungen“ zu Protesten aufgerufen. Der Polizei wären diese Umstände auch bekannt. Bei den Ermittlungen würde man auch dies beachten. Die Moschee befindet sich unter dessen noch im Aufbau. Der Rohbau und das Dachgestell der Moschee sind im Juli fertiggestellt worden. Die Gemeinde rechnet Anfang 2010 mit dem Abschluss der Bauarbeiten.
Der Regionalverbandsleiter der IGMG in Hessen, Mehmet Ates, bezeichnete die widerwärtige Tat als einen Angriff auf die Dialogsbemühungen der Gemeinde. Das Klima in Elsenfeld sei heute offener geworden. „Die Angreifer wollen diese offener gewordene Atmosphäre zerstören. Die Muslime werden auf diese Provokation nicht eingehen“, betont Ates. |