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31.10.2005
Muslime kritisieren das Kopftuchverbot
Der Verband der Islamischen Kulturzentren lud
zum traditionellen Fastenbrechen im Ramadan.
„Nicht weil sich die Muslime verweigert
haben, sondern weil es keine Konzepte gibt, ist der Islam
in Deutschland längst nicht integriert“, sagte
Ali Kizilakaya, Vorsitzender des Islamrats, beim traditionellen
Fastenbrechen im Ramadan, zu dem der Verband der Islamischen
Kulturzentren (VIKZ) nach Buchheim eingeladen hatte, auch
Vertreter anderer Religionsgemeinschaften. Kizilkaya kritisierte
das Vorhaben der Landesregierung, ein Kopftuchverbot für
Lehrerinnen an staatlichen Schulen durchzusetzen. Und er bemängelte,
dass muslimische Kinder „täglich in der Schule
erfahren, dass sie anders behandelt werden“, weil ihnen
der Unterricht in ihrer Religion vorenthalten werde. Zur Forderung
nach einem gemeinsamen Ansprechpartner, der die Moslems in
Deutschland vertritt, sagte Kizilakaya, man stehe kurz vor
der Gründung eines Bundesverbandes, zu dem der VIKZ,
der Islamrat und der Zentralrat der Muslime in Deutschland
gehören sollen. Freilich fehlt dabei der größte
islamische Verband im Bundesgebiet: die Türkisch-Islamische
Union der Anstalt für Religion („Ditib“).
Aiman A. Mazyek vom Zentralrat der Muslime sagte,
das Kopftuch werde zum „Fetisch“ gemacht, und
die Debatte darüber berge die Gefahr der Ausgrenzung.
Rauere Zeiten sieht auch Bülent Arslan, Vorsitzender
des Deutsch-Türkischen Forums der CDU, anbrechen. Wegen
des demographischen Wandels und schärfer werdender „Verteilungskämpfe“
werde das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Moslems künftig
einer besonderen Belastung ausgesetzt.
„Der Islam ist keine fremde, keine Gastreligion
mehr, sondern er gehört hierher“, betonte Werner
Höbsch, Referent für Weltanschauungsfragen im Erzbistum
Köln, und zitierte Papst Benedikt XVI: „Der interreligiöse
und interkulturelle Dialog zwischen Christen und Muslimen
darf nicht auf eine Saisonentscheidung reduziert werden.“
(cs)
(KStA)
Kölner Stadt-Anzeiger 31.10.2005
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