| 08.11.2005
Ende des Ramadan
Senatsempfang zu Ehren der MuslimInnen
in Bremen - erstmals ohne Henning Scherf, aber mit Jens Böhrnsen

Bremen
taz. Das erste Mal ohne Henning Scherf, das erste Mal mit
Jens Böhrnsen: Beim gestrigen Senatsempfang zum Ende
des Fastenmonats Ramadan war es zwar offiziell Staatsrätin
Kerstin Kießler, die "als vergleichsweise kleine
Frau" (O-Ton Kießler) das übernahm, "was
doch sonst immer der Lange gemacht hat": die MuslimInnen
im Rathaus zu begrüßen. Doch später kam auch
Jens Böhrnsen, den das Parlament heute zum Bürgermeister
wählt, und stellte sich zu den Männern in Anzügen
und Frauen mit Kopftüchern.
Bremen
sei "Modell für das friedliche Zusammenleben von
Menschen unterschiedlicher Bekenntnisse und Weltanschauungen"
und als solches "einmalig in Deutschland", so Ali
Kizilkaya, Vorsitzender des Islamrates Deutschland. Gerade
deshalb sei das Kopftuchverbot für die muslimische Lehramtsanwärterin
"eine große Enttäuschung".
Elvira Noa von der Jüdischen Gemeinde erklärte
in die Runde: "Ich biete Ihnen Freundschaft." Die
Botschaft eines friedlichen Miteinanders müsse vor allem
in die Familien getragen werden, mahnte Noa, "dorthin,
wo Vorurteile geboren werden." sgi
taz Bremen Nr. 7814 vom 8.11.2005 |